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Bread & Butter 2017

By MBS

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Festival of Style and Culture 2017

Die sich selbst als Festival of Style and Culture bezeichnende Berliner Modemesse Bread & Butter fand Anfang September 2017 zum zweiten Mal unter der Ägide des Online-Händlers Zalando in der Arena statt. Zalando entwickelt damit auch stationär seine Plattformstrategie weiter und versucht, die eigene Marke zu stärken.

Für die Design-Reputation sollen große Namen wie Vivienne Westwood und Viktor & Rolf sorgen. Auch hochwertige Marken wie Jil Sander Navy und Hugo (Boss) werten das sonstige Programm auf.

Vor allem nutzte Zalando dieses Forum aber, um seine Eigen- und Partnermarken aus dem Sportswear- und Lifestyle-Bereich auch im Kontext hipper Musikacts zu präsentieren. Wenn etwas gefiel, konnte es direkt online bestellt werden. ©Alle Fotos: MBS

Für junge Zielgruppen waren sicherlich auch die sportlichen und musikalischen Events wie Mia, Bilderbuch und Yung Hurn interessant; leider warteten viele Fans vergeblich, die interessantesten Events waren trotz Wartezeit innerhalb von kurzer Zeit voll. Da sollte Zalando beim nächsten Festival dringend besser planen, sonst könnte sich angesichts des Eintritts Unmut unter den Besuchern breit machen.

Kommunikationstechnologisch wurde einiges ausprobiert, so werden RFID-Armbänder sicherlich nicht nur Zugang zu Goodies und Events ermöglicht, sondern dem Unternehmen auch Aufschluss über Interessen und Verhalten der Besucher geliefert haben; mit dem Data-Mining kann dann auch die Shop-Usability optimiert werden. Nicht alles, was der Besucher dafür geboten bekam (Artikelbild), rechtfertigte den Aufwand, da ist außer bei Mercedes (Kaffee & CLA-Gewinnspiel) sicherlich noch Luft nach oben.

Anspruchsvollere Zielgruppen begeisterten sich wohl eher für den Besuch der britischen Designikone Dame Vivienne Westwood, die Ausstellung ihrer besten Entwürfe sowie für die Haute Couture Show des holländischen Designerduos Viktor & Rolf. Ihre Überzeugung trug Dame Vivienne Westwood unübersehbar auf dem T-Shirt. Kaufe weniger, dann aber bitte ausgewählte Designerstücke der Kultdesignerin.

Ihr Outfit verdeutlicht ihren nach wie vor hohen kreativen Anspruch. Bei ihrem Vortrag überraschte sie die Zuschauer mit ihrer profunden Kenntnis der chinesischen Poesie und konnte davon auch noch unterhaltsam den Bogen zu ihren vielfältigen politischen Aktivitäten schlagen, so u. a. zu ihrer Seite Climate Revolution.

Haute Couture

Frühjahr/Sommer & Herbst/Winter

Kollektionen 2017/2018

Der Titel der Haute Couture Frühjahr/Sommer Kollektion 2017 von Viktor & Rolf lautete Boulevard der zerbrochenen Träume. Die Kombinationen erinnern an das Recycling der Vagabunden. Dazu kommentierte die Vogue-Modekritikerin Suzy Menkes: Das Patchwork war so schön in seiner Farbwahl und prächtig in den weiblichen Formen anzusehen. Auch in der zeitgleich gezeigten Herbst/Winter Kollektion lautet das zentrale Konzept kreative Imperfektion. Kontrastierende gemusterte Stoffe werden mit farbenfrohen und zarten Farbpaletten kombiniert.

Recycelte Schichten erscheinen fast wie Glasflächen, die auf oft übertriebene Couture-Formen platziert sind. Die Designer entschieden sich, Unvollkommenes bewusst hervorzuheben, nach dem japanischen Prinzip von Kintsugi, der traditionellen Reparaturmethode. Während in der Sommerkollektion mit Knöpfen überzogene farblich abgestimmte Bereiche sowie geraffte Tüllformen als Eyecatcher funktionierten, arbeiteten sie in der Winterkollektion mit skulpturalen Steppformen, was ich persönlich visuell in einer Show interessant, aber selbst als Haute Couture untragbar finde. Trotzdem war es mit Abstand die interessanteste Show.

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Interessante Effekte erzeugen die verflochtenen Stoffbahnen, die zum Ende hin nicht versäumt werden, sondern die skulpturale Optik verstärken. 

Oft zeigten auch die Besucher der B&B viel Stilgefühl und interessante Outfits, teilweise mehr als die vor Ort vertretenen Unternehmen; das zeigt auch, dass Berlin längst nicht mehr die Stadt der modisch uninteressierten Menschen ist. 

Die Kombination Grau-Schwarz geht immer; die Damen setzen zusätzlich sehr kreativ und individuell farbliche Akzente wie die betonte Taille oder mit dem Lippenstift.

Ganz unterschiedliche Frauentypen sind mit einer Kombination aus einem hellblauen Mantel und Jeans lässig, aber stilvoll gekleidet. Akzente werden mit dunklen Schuhen und passender Tasche oder einem Gürtel gesetzt. 

Hier kann man die unterschiedlichen Designschwerpunkte der beiden Kollektionen gut erkennen: War es in der Sommerkollektion noch die interessante Verbindung von verflochtenen Stoffresten und Tüll, umhüllen in der Winterkollektion 2017/2018 voluminöse Steppformen den Körper skulptural. Wer würde sich in solch überdimensionierter orangefarbener Steppjacke wohlfühlen?

Inspiriert wohl von mittelalterlichen Jacken eignen sich solch auffallenden Outfits eher für Karneval oder den Red Carpet bei Musikpreisen. Was in der Sommerkollektion formal noch inspirierend ist, wirkt als voluminöse Steppvariante der Winterkollektion gezwungen. Aber über Geschmack lässt sich ja trefflich streiten. 

P.S.: Bitte nicht wundern, dass es keinen Beitrag zur Bread&Butter 2018 gibt. Leider gibt es keine Haute Couture Show mehr; die aktuellen Streetstyles sind nur für Zielgruppen bis 35 geeignet.

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btt